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435 Jahre Apotheke in Eilenburg

 
 
 

Die in ihrem Beginn unter dem Einfluss der klerikalen Bildung stehende Heilkunde kannte bis zum 11. Jahrhundert Priester und Laienärzte, die zugleich Kranke behandelten und Arzneizubereiter in einer Person waren. Die Entwicklung und Erforschung von Heilkräutern erfolgte vorwiegend in den Klöstern.

Großen Einfluss hatte dann im 10. -12. Jahrhundert die medizinische Schule in Salerno. Dort wurden auch Schriften der arabischen Medizin und Pharmazie übersetzt und hatten noch bis ins 18. Jahrhundert Bedeutung in Europa. Mit dem „Edikt von Melfi“ 1231 wurden durch den Staufenkaiser  Friedrich II. die Rechtsgrundlagen für die Trennung der Aufgaben von Arzt und Apotheker geschaffen. Im Laufe des 13. Jahrhunderts gab es in Deutschland wohl kaum eine größere Stadt, in der nicht wenigstens ein Apotheker ansässig war. Der Apotheker war  damals in erster Linie Kaufmann. Mit dem Aufblühen des Handels im 15 Jahrhundert, an dem die Apotheker großen Anteil hatten, kamen sie auch in kleinere Städte und betrieben ihre Geschäfte, meist in Kellergewölben oder so genannten Kräutergewölben. Auch in Eilenburg gab es offensichtlich Tätigkeiten dieser Art. Nachweislich wurde  jedoch der 1. Apotheker erst 1581 erwähnt.

Es war Hans Rolle, der einem alten Eilenburger Patriziergeschlecht entstammte. Er soll sein Kräutergewölbe in der einstigen Judengasse, der heutigen Rollenstraße, betrieben haben. In den weiteren Jahren muss wohl immer ein Apotheker tätig gewesen sein, obwohl die Datenlage teilweise widersprüchlich und unvollständig ist.

 

1646-50 soll angeblich der Betrieb einer Apotheke eingestellt gewesen sein. Um das Jahr 1700 wurde die Apotheke laut Grundbuch in die „Leipziger Str. 20“ (später Leipziger Str. 6) verlegt und man benannte sie „Zum goldenen Löwen“.

Dort  wurde die Apotheke nach vielen Umbauten bis zum April 1945 betrieben. Durch den Beschuss der Alliierten ist sie ein Opfer der Flammen geworden. Nur wenige Dinge, wie z.B. ein alter Tresor und der goldene Löwe überstanden diese Tage stark beschädigt. Den Löwen gibt es immer noch. Mehrfach restauriert liegt er noch immer im Schaufenster und schaut auf die Passanten.

 

Nach dem Krieg gab es mehrere Ausweichstandorte der Apotheke, im zerstörten Rathaus, im Bürgermeisterhaus, in der Leipziger Str. 53 und seit 1961 im Neubau in der Rinckartstr. 1.

Am 1.10.1949 wurde die Apotheke verstaatlicht und die Verwaltung übernahm Apotheker Alois Sager. Nach genau 41 Jahren gab es wieder eine Inhaber geführte private Apotheke mit Apotheker Wolfgang Kastens.

Das Hochwasser im Jahr 2002 war, wie für viele Eilenburger, auch für die Apotheke, eine komplizierte Zeit. Die gesamte Einrichtung musste erneuert werden und viele Dinge überstanden das Hochwasser nicht, wie z.B. der alte Tresor.

Obwohl  435 Jahre alt, ist die Löwen-Apotheke heute nach mehreren Umbauten und Renovierungen eine modern  eingerichtete und mit moderner Technik ausgestattete Apotheke, die sich auch den derzeitigen Veränderungen im Gesundheitswesen stellt.

Zum Stadtfest, zur 1050 - Jahrfeier  im Juni 2011 feierten wir mit. Die Schaufenster waren mit alten Apothekengerätschaften und alten Medikamenten dekoriert. Der historische Apothekenstand war gut besucht.

 

 
 
                   
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